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Es war Sylvester und wie immer seit vielen Jahren ist dieser Tag da um den Countdown für Ibiza einzuleiten. Die Uhren laufen ab dieser Nacht rückwärts und der Sommer rückt unweigerlich näher. So war es dann auf einmal Ende August und die beste Zeit des Jahres stand bevor, die Tasche war gepackt, in den Seitentaschen hing ein Pärchen Flip Flops die noch immer mit Sand bedeckt waren, welcher sich auf der letzten Insel Afterhour im Jahr davor festgesetzt hatte.

Ich musste in Barcelona umsteigen und hatte dort einen kurzen Aufenthalt. Im Abfluggate lächelten mich einige Leute an, ich war mir nicht sicher, kannten sie mich noch von den letzen Jahren oder lag es doch an meinem DC10 Circoloco Shirt. Ich lächelte natürlich dankend zurück aber ich wollte mit Ihnen auf keinen Fall ins Gespräch kommen, nicht das Sie mich noch an eine Afterhour der letzten Jahre erinnerten. An Ihren Augen erkannte ich aber das sie so viel sagen wollten wie hasta el lunes en fiesta de circoloco. Ich nahm ihre Augensprache Einladung dankend an und war mir sicher sie am späten Montagnachmittag auf der monday morning session wiederzutreffen.
Nachdem ich endlich ibizenkischen Boden betreten hatte und meine Flip Flops sowie meine Sonnenbrille an meinem Körper angebracht waren lies ich die spanische Sonne auf mich und meine Seele einwirken und schon fühlte ich es, das feeling der Freiheit, der Gelassenheit und der ewigen Liebe – Ibiza bis das der Tod uns scheidet.
Ich lief Richtung Ausgang und so wie jedes Jahr stand auch dieses Jahr wieder ein Amnesia Stand in mitten des Flughafens. Die spanische chica lächelte mich an und drückte mir ein Amnesia Heftle und zwei Invitations für die morgige Party „People from Ibiza“ in die Hand, der Abend war gerettet. Ich suchte mir ein Taxi und ließ mich in Richtung Zentrum fahren, der Taxifahrer versuchte sich als Reiseleiter und versuchte mir das Geschehen auf der Insel zu beschreiben , aber schnell wurde mir klar das er an den Orten die ich in den nächsten Tagen ansteuern werde noch niemals zuvor gewesen ist. Ich lies es mir abe r nicht anmerken und bedankte mich für die „exzellente“ Reiseleitung.
Nachdem mein Reiseleiter sich dankend mit ein paar Cent Trinkgeld verabschiedete, war ich im Zentrum der Insel. Ich suchte mir das Appartment in dem sich meine bekannte eingemietet hatte, stellte meine Tasche ab und begab mich auf eine kurze Runde durch Playa den Bossa. Zu meiner Freude stellenweise auch zu meinem bedauern stellte ich fest, dass in vielen Bars in der Stadt immer noch die selben PR `s wie in den letzten Jahren arbeiteten, bei manchen von Ihnen würde ich es mir wirklich wünschen wenn sie mal den Absprung von der Insel schaffen würden denn für sie und vor allem für Ihren Körper wäre es echt das beste. Doch sie selber sind sich keiner Schuld bewusst und trotzen vor Lebensfreude als sie mich, nach mal wieder einem Jahr, begrüßen konnten. Ein weiteres Phänomen erlebte ich bei den Autos die meine Wege kreuzten. Die Scheiben waren unten, die House Musik beschallte die Straße, die Köpfe im Auto kreisten wild um her keiner der Insassen war angeschnallt, nur bei zwei dingen waren sie sich alle einig Sonnenbrille und einen ewigen Grinser im Gesicht. So fuhren sie die Straßen auf und ab manche kamen vom Bora Bora, manche suchten das Bora Bora und die die es fanden waren nicht mehr in der lage auszusteigen und so verbrachten manche von ihnen ihren Filmreifen Abend auf den Straßen von Ibiza. Als ich vor Beginn der Ibiza Session einen Bericht der spanischen Zeitung lass und der Inselrat ganz Stolz das da sein von 100 neuen Polizisten verkündete, war ich mir nicht sicher dieses Bild der letzten Jahre auf Ibizas Straßen wieder zu treffen. Doch ich lag mal wieder total daneben. Die Insel ist immer noch so ausgelassen und heftig so wie ich sie vor vielen Jahren kennen gelernt habe. Ich war erst wenige Stunden auf der Insel hatte aber schon wieder viel zu viel gesehen doch ich bekam den Hals nicht voll und wollte unbedingt noch einen Abstecher zum Bora Bora wagen. Die Musik wurde immer lauter, die Menschen schrieen und auf einmal sah ich ihn, den Hexenkessel an einer der bekanntesten Strandbars von Europa. Ich wagte einen Blick von der einen auf die andere Seite der undefinierbaren Tanzfläche. Die feierwillige Crew die aus dem ersten Augenschein heraus aus allen Teilen von Europa stammte, ja Gott sie schienen alle die selbe Sprache zu sprechen und es sah so aus als befänden sie sich auf einer ausgiebigen Feierausbildung. Ich besuchte noch ein paar Freunde und lies den Abend für ibizenkische Verhältnisse eher gemütlich ausklingen. An meinem ersten morgen landete ein Freund und eine Freundin aus Nürnberg. Mein Versuch sie am Flughafen zu empfangen ging natürlich total daneben. Für das ibizenkische Leben natürlich nichts außer gewöhnliches, vieles von dem was man auf der Insel versucht zu planen läuft sowieso anders als man sich es je erhofft hat.  Wir trafen uns dann am frühen morgen und wanderten auf einen Cafe con Leche in eine Bar die rund um die Uhr geöffnet hat und die direkt neben dem Afterhour Club Space liegt. Hier traf sich die Creme de la Creme den es war nämlich morgens um neun und somit Rush Hour. Die immer noch nicht müde Crew die ich den Abend davor am Bora Bora gesehen hatte traf sich nämlich hier auf ein kurzes Warm Up um danach den Weg ins Space anzutreten. Vielen von ihnen sah man an das sie die letzten Tage nicht viel mit schlafen zu tun hatten aber und das ist ein weiteres Phänomen auf der Insel jeder hatte noch so viel Energie übrig um im Space an dem Fortsetzungskurs der Feierausbildung teil zu nehmen. Wir ließen es Abend werden und bereiteten uns auf eine der besten Partys im Amnesia vor, der Samstagabend steht nämlich schon seit vielen Jahren unter dem Namen „People from Ibiza“. Wir schnappten uns ein Taxi und ließen uns in Richtung Inselmitte fahren, denn dort liegt das Amnesia still und heimlich auf einer kleinen Erhöhung. Als wir dem Club näher kamen nahm auch das Verkehrsaufkommen drastisch zu und als wir kurz davor waren herrschte auf der Schnellstraße Richtung San Antonio natürlich wie immer absolutes Chaos. Wir waren heil froh als wir unversehrt die Türen des Amnesia erreichten und begaben uns auf die Reise ins innere der Amnesi. Ein unbeschreibliches Gefühl nach wieder mal einem Jahr die faszinierende Terrasse betreten zu dürfen. Es war schon spät und die Menge war am feiern. Das anwesende Publikum wurde durch eine live Sängerin, die auf einem Podest stand, zum schwitzen gebrachte. Die verschwitzenden Körper wurden in kurzen Abständen von den Eisnebelmaschinen abgekühlt. Für manches Feierherz kam diese Abkühlung in aller letzter Sekunde aber nach der Abkühlung ging es für viele wie neu geboren weiter. Als die Sängerin eine kurze Pause benötigte wurde sie von einem Didscheridu Spieler abgelöst, dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch.
Leider mussten wir zu unserem bedauern feststellen das dieses Jahr im Club der Götter kein original CocoLoco mehr ausgeschenkt wird, und somit war auch unser weltbester Barkeeper der Tirry nicht mehr unter uns. Wir wünschen ihm an dieser Stelle alles Gute und hoffen dass er irgendwann mal wieder den Weg zurück zu seiner Geburtsstätte finden wird. Unsere Mägen machten uns an diesem Abend zu später Stunde einen Strich durch den schon so lange ersehnten Feierabend. Lag es wohl an dem Frühstück und dem deftigen Mittagsessen. Ja Moment, hatten wir überhaupt was gegessen. Wieder mal eine Frage die wohl für immer unbeantwortet bleiben wird, wie auch so viele andere Fragen auf der Insel. Doch unsere weibliche Begleitung nahm uns unseren Aussetzer nicht übel und feierte für uns zwei mit, was sie auch ganz freiwillig, beanstandungslos und voller Lebensfreude tat. Auch die ibizenkos konnten sich in unseren Zustand hineinversetzen und waren uns in keinster Weise böse, dass wir den restlichen Abend in einem der gemütlichen Amnesia Ecken verbrachten. Wir machten es uns gemütlich und begannen wie so oft in dem Zustand sinnlose Gespräche zu führen die natürlich total ziellos endeten. Doch mit der Gewissheit das uns (Gott sei Dank) niemand zu hörte ließen wir uns natürlich nichts anmerken und verhielten uns äußerlich wie zwei ausgewachsene Geschäftsmänner die sich über die Zukunft ihrer Firma unterhielten. Nachdem das Insolvenzverfahren der Firma nicht mehr zu verhindern war, schlugen wir die Zelte ab und kämpften uns durch die immer noch brodelnde Feiergemeinde. Mit einem freundlichen lächeln verabschiedeten wir uns vom Club der Götter, zeitgleich flog uns durch die durchzechte Luft eine Gedankenübertragende Einladung zu, es erreichte uns die Nachricht hasta luego en la diskoteka Amnesia. Wir nahmen die Einladung dankend in Empfang und waren uns sicher diese auch einzulösen. Am Taxistand angekommen, sahen wir nicht ein einziges weißes Auto mit einem grünen Licht, aber eine Schlange von 20-30 Personen wartete mal wieder vergebens auf ein freies Taxi. Dagegen waren die etwas nervösen umherschauenden Schwarztaxifahrer nicht zu übersehen. Da wir uns an dem Ende der Schlange nicht anstellen wollten nutzen wir, das wie so immer viel zu teure Fortbewegungsmittel. Wir stiegen ein und verhandelten mit unseren paar Brocken Spanisch einen halbwegs humanen Preis. Es war noch keine 2 Minuten her als wir die erste Mutprobe des Abends, den Besuch im Club überlebt hatten, schon stürzen wir uns in die zweite Gefahrenquelle, der ibizenkische Piratentaxifahrer ohne Beförderungslizens, doch auch diesen Zug überlebten wir, bis auf einen paar verlorene Schweißperlen unverletzt und begaben uns in unser Zimmer wo wir die aufgehende Sonne mit unseren Sonnenbrillen herzlichst begrüßten. Als die Sonntagssonne den Meereshorizont verlassen hatte, begann mein ganz persönlicher Countdown, auf diesen Tag wartete ich bereits seit einem Jahr und endlich hieß es wieder monday morning session minus 24 Stunden. Als die Sonne jedoch höher stieg und die Insel noch mehr verstrahlte als sie ohne hin schon war, verkrochten wir uns ins innere der Gemäuer und erholten uns von den Erlebnissen der letzten Stunden. Ein Blick auf die Speicherkarte unseres Fotos gab uns Auskunft über die Intensität der Erlebnisse. An vieles trauten wir uns schon gar nicht mehr dran zu denken doch der Foto war ehrlich zu uns und zeigte uns die Realität. Wie, war DAS die Realität. Wir stellten uns dem Schicksal und versprachen den Bildern uns zu bessern. Nun war endlich mal Zeit noch zwei Postkarten zu schreiben. Ich möchte hier nur zwei Wörter nennen, die auf der ersten Postkarte gestanden haben, die da waren: „wir leben“. Die andere Postkarte erhielt zum Schluss quer über die gesamte Länge, mit Grossbuchstaben geschrieben, die Aufschrift „Zensiert“. Somit hatten wir den guten willen gezeigt unseren freunden in der Heimat ein paar Urlaubsgrüße zu überbringen. Am Abend spazierten wir eine kleine Runde durch Playa den Bossa, da der Raucher unter uns etwas knapp an Zigaretten waren, peilten wir einen Supermarkt an. Doch dieser kam kurze Zeit später wieder heraus, ohne Erfolg. Auch die weiteren Märkte in denen er die letzten Jahre Zigaretten gekauft hatte enttäuschten ihn. So langsam kam uns die Sache komisch vor und voller Verzweiflung fragte unser etwas schon nervöser Raucher einen Arbeiter der vor einer Bar stand nach Zigaretten auch dieser winkte ab und verwies ihn auf das neue Tabakverbot der Insel, denn Zigaretten dürfen nur noch in Restaurants und Tabakläden verkauft werden. Durch die Suche hatten wir mittlerweile eine sehr lange Strecke zurückgelegt auf der wir keine Zigaretten kaufen konnten. Ich will und ich darf es hier auch nicht schreiben wie oft wir auf diesem Weg gefragt worden sind, was wir für den Abend sonst noch brauchen, aber Zigaretten konnte uns keiner verkaufen.
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